»Für die dummen Frauen hat man die Galanterie; aber was tut man mit den Klugen? Da ist man ratlos.« Heinrich Mann Vor hundert Jahren gab es für junge Mädchen nur eine Perspektive: Heiraten, Kinder kriegen und einen Mann glücklich machen. Aus Neigung die Höhere Schule zu besuchen, ein Studium aufzunehmen oder gar einen Beruf auszuüben galt in den meisten Familien als verschwendete Zeit. In den Zwanzigerjahren begann eine kurze Phase der Freiheit. Doch mit den Nazis änderte sich die Einstellung gegenüber Frauen gründlich und nachhaltig. Nunmehr sollten die jungen Mädchen ausschließlich im Mutterglück aufgehen. Wie wichtig eine gute Ausbildung allerdings sein konnte, zeigte sich, als die Familienernährer im Krieg blieben. Aber die Leistung der Mädchen und Frauen war in den Fünfzigerjahren schnell vergessen. Erst zwanzig Jahre später beginnt sich mit der Emanzipationsbewegung tatsächlich etwas zu verändern. Heute gelten die Mädchen als die Gewinnerinnen des Jahrhunderts, denn noch nie haben so viele Mädchen Abitur gemacht, ein Studium abgeschlossen und einen qualifizierten Beruf ergriffen. Dass der Weg bis zu diesem Ziel ein langer und mühsamer war, lässt sich in diesem Buch auf äußerst unterhaltsame Weise nachlesen. Die Herausgeberin Antonia Meiners hat ein Album mit ungewöhnlichen Texten, Bildern und Geschichten zusammengestellt, in das man mit Vergnügen eintaucht und versinkt: Private Erinnerungen, eigens für dieses Buch geschriebene Texte und viele Fotografien begleiten die Reise durch ein Jahrhundert. Entstanden ist ein Lese- und Bilderbuch, das dazu auffordern möchte, als Mädchen und Frau den eigenen Weg zu gehen. Die Autoren Antonia Meiners, in Bamberg geboren, in München eingeschult, aber groß geworden in Berlin. Lesen war ihr schon immer das Liebste, und so wollte sie dann auch »etwas mit Büchern machen«. Umwege über den Schwermaschinenbau, wo sie Industriekaufmann lernte, führten sie in eine Illustriertenredaktion. Sie studierte in Ostberlin Kulturwissenschaften und nach ihrem Wechsel nach Westberlin im Jahr 1977 Germanistik und Theaterwissenschaft. Anschließend arbeitete sie als freie Lektorin für Buchverlage, schrieb Features für Rundfunk und Fernsehen und veröffentlichte Bücher zu historischen Themen. Senta Berger hat nicht nur auf der Bühne, sondern auch im Film große Erfolge gefeiert und ist mit zahlreichen Preisen geehrt worden. Bereits als junges Mädchen wusste sie, dass sie Schauspielerin werden wollte, und tröstete ihre Mutter: »Aus mir wird was, Mutti, ich versprech’s dir.« In über hundert Kinofilmen und auf den traditionsreichen Bühnen von Hamburg, Berlin oder Wien löste sie ihr Versprechen ein. Als Mona in »Kir Royal« und als »Schnelle Gerdi« gewann sie die Gunst des Publikums. 2006 erschien ihre Biografie »Ich habe ja gewußt, daß ich fliegen kann«.
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