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»Goethe war gern in meinem Stübchen, mit mir plaudernd und scherzend.« Luise von Göchhausen
Ohne Herzogin Anna Amalia von Sachsen-Weimar-Eisenach wäre das kleine thüringische Städtchen Weimar wohl nie weltberühmt geworden. Grund genug, die Kulturgeschichte Weimars durch unterschiedliche Epochen hindurch an den Stellen aufzublättern, an denen der viel zitierte »genius loci« von Frauen ins Leben gerufen, beflügelt und weitergetragen wurde. Zur Zeit der Klassik lebten in Weimar so interessante Persönlichkeiten wie die Hofdame Charlotte von Stein, die sich über das ungerechte Los der Frauen beklagte, die Sängerin und Schauspielerin Corona Schröter oder die Salondame Johanna Schopenhauer, an deren Teetisch sich internationale Geistesgrößen trafen.
Im 19. Jahrhundert liegt der künstlerische Akzent dann vor allem auf der Musik. Bei Kapellmeister Liszt, am Hof bei der in Weimar regierenden Zarentochter Großherzogin Maria Pawlowna und in den tonangebenden Salons der Weimarer Damen war die europäische Musikszene zu Gast. In der frühen Moderne wiederum verschiebt sich der inhaltliche Akzent des kulturellen Lebens im »Neuen Weimar« dann erneut: nun auf die Bildende Kunst. Frauen, die mit Henry van de Velde zusammenarbeiten wie die Lehrerin für Weberei und Handarbeit, Helene Börner, werden die pädagogischen Mütter der Künstlerinnen, die dann zwischen 1919 und 1925 am Weimarer Bauhaus studieren. Chancengleichheit war zwar im Konzept des Bauhauses verankert, doch bis zur Realisierung war der Weg noch weit. Und so haben zum Weimarer Weltruf als Kulturstadt nicht nur die Herren Goethe, Herder, Schiller, Liszt, van de Velde, Feiniger und Gropius beigetragen, sondern auch und nicht minder die Damen Anna Amalia, Christiane Vulpius, Johanna Schopenhauer, Jenny Lind, Fanny Lewald, Gunta Stölzl, Marianne Brandt und viele andere kluge Frauen.
Die Autorin
Dr. Ulrike Müller studierte Ev. Kirchenmusik, Philosophie, Theologie und Literaturwissenschaft in Hamburg. 1989 Promotion über Else Lasker-Schüler. Seit 1992 lebt sie in Weimar, wo sie unter anderem als Stadtführerin, Museumspädagogin und Reiseleiterin tätig ist und das Geschichts- und Kommunikationsprojekt SALON DER MUSEN ins Leben rief. 1996 Beginn der Zusammenarbeit mit der Musikerin Antje Finkenwirth (Berlin). Im Rahmen der gemeinsam konzipierten Reihe »Musik und Dichtung« Vertonungen von Lyrik (unter anderem von Novalis, Annette von Droste-Hülshoff, Else Lasker-Schüler). Zahlreiche Publikationen, unter anderem Herausgeberin und Mitautorin der »Stadtrundgänge WEIMAR WEIBLICH« (www.weimar-weiblich.de).
Pressestimmen
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